Ausstieg aus teuren und renditeschwachen Unterstützungskassen

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Die rückgedeckte Unterstützungskasse ist ein beliebtes Produkt von Versicherungs- und Finanzvermittlern, mit dem sich eine betriebliche Altersversorgung des Gesellschafter-Geschäftsführers aufbauen lässt. Da hier die steuerlich zulässigen Beiträge unbegrenzt sind, können insbesondere Besserverdiener hierüber eine hohe Versorgung aufbauen.

Aber wie attraktiv ist die Rendite der hinterlegten Versicherungstarife im heutigen Niedrigzinsumfeld für den Gesellschafter-Geschäftsführer wirklich?

Ein genauer Blick zeigt, dass oft klassische Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht als Rückdeckung ausgewählt wurden. Je nach Zeitpunkt des Vertragsabschlusses bieten diese Verträge einen Garantiezins vor Kosten von nur 0,9 %. Im aktuellen Marktumfeld ist es für die Versicherer problematisch, den Garantiezins noch zu erreichen. Berücksichtigt man nun noch die Kosten des Versicherungsmantels, sind netto kaum noch positive Renditen zu erzielen, was nach Inflation ein Verlustgeschäft darstellt. Sollte die gewählte Versicherung insgesamt in Schwierigkeiten geraten, ist sogar die Altersvorsorge in Gefahr und das Unternehmen haftbar.

Renditepotenziale der rückgedeckten Unterstützungskasse heben

Hier lohnt es sich, über Alternativen nachzudenken: Seit dem 18.02.2020 ist es wieder möglich, die Unterstützungskasse zu wechseln. Durch einen Wechsel von der versicherungsgebundenen zu einer freien Unterstützungskasse wird ermöglicht, das Kapital aus der Rückdeckungsversicherung zu entnehmen und am Kapitalmarkt kostengünstig und renditestark zu investieren.

Erfolgt beispielsweise eine Anlage in ein modernes ETF-Portfolio mit wachstumsorientierter Ausrichtung, sind Renditen von 3 bis 6 % jährlich erzielbar. Bei einer Restlaufzeit von 10 Jahren sind dadurch bis zu 50 % höhere Ablaufleistungen, bei 20 Jahren Restlaufzeit sogar eine Steigerung von 100 % möglich.

Vorteile durch Flexibilität

Pluspunkt Ablaufmanagement: Während in klassisch rückgedeckten Unterstützungskassen nur die Optionen lebenslange Rente oder Einmalkapital bestehen, lassen sich in freien Unterstützungskassen auch ratierliche Auszahlungen gestalten. Eine Auszahlung über 10 Jahre beispielsweise senkt die Steuerlast des Leistungsempfängers im Vergleich zum Einmalkapital um bis zu 50 %. Die Zahlung einer vergleichsweise geringen lebenslangen Rente wird dadurch vermieden, ohne unnötig hohe Steuerzahlungen zu verursachen.

Hinzu kommen betriebswirtschaftliche Vorteile: Bei entsprechender Gestaltung können die neu veranlagten Vermögenswerte auch dazu verwendet werden, kurzfristige Liquiditätsengpässe in der Gesellschaft auszugleichen. In der bisherigen rückgedeckten Gestaltung wäre dies unmöglich. Insbesondere in den aktuell angespannten Zeiten kommt es auf diese Flexibilität jedoch an.

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