Totalverlust Lebensversicherung? Siehe Japan!

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Anhaltende Niedrigzinsen stürzen die Lebensversicherungsunternehmen in eine Krise mit bislang unbekanntem Ausmaß. Sollte dies in einem japanischen Szenario resultieren, müssten die Versicherten auch bei uns mit Totalverlusten rechnen.

Beliebte deutsche Sparvariante – die Lebensversicherung

Der allseits favorisierte Klassiker ist aufgrund zu geringer Zinsen in Nöten, insgesamt 95 Millionen Policen werfen Erträge ab, mit denen Sparer kaum noch leben können. Die Politik sieht sich bei der Rettung der Branche in der Pflicht, sie plant daher eine Reform, die von Beschränkungen, Sicherheitsmaßnahmen und neuen Regeln geprägt ist. Sie hat damit die Stabilisierung der Versicherer im Fokus, sie sollen die Versprechen, die sie bei der Lebensversicherung den Kunden gemacht haben, auch weiterhin einhalten können. 

Wenig Zustimmung zur Gesetzesänderung

Bei der Versicherungslobby steht eine Reform schon länger auf der Wunschliste. Ihr geht es bei der Lebensversicherung vorrangig um die Gewinnausschüttungen, welche durch gelockerte Regelungen zu niedrigeren Auszahlungen an die Versicherungsnehmer führen würden. Doch würde eine Gesetzesänderung nicht alleine die Versicherten betreffen, den Anbietern stehen gedeckelte Abschlussprovisionen sowie eingeschränkte Dividendenauszahlungen ins Haus. Zweites kommt infrage, wenn eine Versicherung das an die Kunden gerichtete Versprechen in Bezug auf Garantiezinsen nicht einhält. 

Dabei gehen allerdings die Meinungen der meisten Anbieter erheblich auseinander, die Lebensversicherung soll den Ansichten der Kritiker folgend, nicht mit Komplettlösungen reformiert werden. Aus ihrer Sicht genügt es, die Änderungen auf die Bewertungsreserven zu beschränken.

Benötigt die Lebensversicherung ein neues Konzept?

Aus der Perspektive der Versicherten lässt sich die Frage mit einem klaren ja beantworten, denn die beabsichtigten Erneuerungen resultieren auf jeden Fall in eingeschränkten Auszahlungen. Dabei ist dies nur ein kleiner Teil der Gefahr, denn über Jahre anhaltende Niedrigzinsen könnten auch zu japanischen Verhältnissen führen. In Japan mussten seit dem Jahr 2000 sieben Anbieter der Lebensversicherung Konkurs anmelden. Die deutschen Anbieter verlieren angesichts der zunehmenden Herausforderung die Lust auf neue Kunden, allerdings will die Bundesregierung einem Versicherungssterben mit innovativen Veränderungen vorbeugen. In der Vergangenheit waren diese Veränderungen meist mit einer Reduzierung der Rendite für die Versicherten verbunden.   Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten spricht in einem Artikel im Handelsblatt sogar von legalem Betrug.

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